Save the Date: Hörspiel „Stylites – 37 Jahre/18 Meter. Eine Hagiofonie“

In Coronazeiten gilt einmal mehr: Säulensteher sind Krisengewinnler.

Samstag, 20.06.2020
15:05 bis 16:36 Uhr
BAYERN 2

Stylites – 37 Jahre/18 Meter. Eine Hagiofonie
Von Heiko Daniels
Mit Sylvester Groth, Gerd Wameling, Ulrich Noethen, Jakob Diehl, Heinrich Giskes Christian Friedel, Wolfgang Michael, Lisa Wildmann, Samuel Weiss, Berthold Toetzke, Jean-Pierre Cornu, Sascha Nathan und anderen
Regie: Alexander Schuhmacher
HR 2015

Symeon Stylites der Ältere (geboren 389 in Sisan, heute vermutlich Samandað in der türkischen Provinz Hatay nahe der syrischen Grenze; gestorben 459 in Qal‘ at Sim‘ an, ca. 35 km nordwestlich von Aleppo) begründete die Tradition der Säulenheiligen. 37 Jahre lang lebte er ohne Unterbrechung auf einer zuletzt 18 Meter hohen Säule. Er ist der bekannteste Heilige seiner Zeit. Bis heute fasziniert seine beispiellose Askese unterschiedliche Autoren wie Theologen, Mystiker, Dadaisten und Surrealisten. Das Hörspiel „Stylites“ erzählt vom Widerstreit der Legenden über diesen Säulenheiligen.
„Stylites wird von Daniels wüst durch die Jahrhunderte katapultiert, der Autor konfrontiert den von Sylvester Groth gespielten Säulenheiligen mit Zeitgenossen und allerlei Nachgeborenen, mit Intellektuellen, Bewunderern, Neidern und Ignoranten. Und Daniels lässt Symeons Lebensstil auf den der jeweiligen Zeit prallen. Der Dramatiker Antonin Artaud tritt auf, der Anfang des 20. Jahrhunderts ein Theater der Grausamkeit propagiert hatte.“ (Stefan Fischer, SZ)

Zeit für Lieblingstiere …

Hier eine Weinbergschnecke beim genussvollen Verzehr weicher Pflanzenteile,
die sie mit ihrer Raspelzunge, der sogn. Radula, abweidet.
Die Radula (lat. „Kratzeisen“) mit rund 40.000 Zähnchen ist das charakteristische Mundwerkzeug der Weichtiere. Sie dient dem Abraspeln, Zerkleinern und Einholen der Nahrung in den Schlund. [1’06“ / Aufnahme in Echtzeit]

Gummibaum Lecture aus der Kunsthalle Mannheim

Video

… bevor es geschlossen ins Home Office ging. In der Gummibaum Lecture versuche ich ein paar Fäden zusammenzuführen: Corona, Museumsschließung, Art-Selfie-Welle, Home Office, Digital Gardening, Kunstbetrachtung, Neue Sachlichkeit, Leben & Tod.

Nominierung 8. Merck-Preis der Darmstädter Tage der Fotografie

Eine Serie meiner Arbeiten aus An Untamed Sense of Control – 101 emblematische Versuche die Realität (an)zuerkennen. reality checks 2014-2019 wurde für den
8. Merck-Preis der Darmstädter Tage der Fotografie nominiert. Jahresthema 2020: »Skurrile Fluchten – Humor in der Fotografie.

Leider muss auch das Festival »Darmstädter Tage der Fotografie« (DTdF), in dessen Rahmen Ausstellung und Preisverleihung stattfinden, wegen der Corona Pandemie verschoben werden. Updates hierzu gibt es auf der Homepage der DTDF.
https://dtdf.de/programm-jahresthema-2020/

Wollen wir hoffen, dass Corona bald überwunden ist und die vielen Mühen der Initiatoren und Mitarbeiter*innen des Festivals ein glückliches Ende finden.

Der mit 10.000 Euro dotierte Merck-Preis für die beste Arbeit in der Wettbewerbsausstellung ist ein zentrales Element der Darmstädter Tage der Fotografie. Der Preis wird von dem Darmstädter Wissenschafts- und Technologieunternehmen Merck gestiftet.
Alle fünfzehn nominierten künstlerischen Arbeiten werden während der Laufzeit des Festivals in einer Gruppenausstellung im Designhaus Darmstadt auf der Mathildenhöhe zu sehen sein.
https://dtdf.de/festival-merck-preis-2/

Kunsthandwerk als Organ des geschichtlichen Aufwachens 1

Abb.: Traditionelles japan. katabori-netsuke 形彫根付 und modernes Stikeez (Plastikfigur mit verlängertem Saugnapffuß).

Abb.: Traditionelles japan. katabori-netsuke 形彫根付 und modernes Stikee (Plastikfigur mit verlängertem Saugnapffuß).

„Jede Epoche träumt ja nicht nur die nächste
sondern träumend drängt sie auf das Erwachen hin.
Sie trägt ihr Ende in sich und entfaltet es mit List.“
(Walter Benjamin, Das Passagen-Werk,
in Gesammelte Schriften S. 59.)

„Jede Epoche träumt sich als durch Katastrophen vernichtete.“
(Adorno an Benjamin. Hornberger Brief, 2. 8. 1935)

Wen Daluo 闻大锣

Die Werke des chinesischen Objektkünstlers haben bereits einen festen Platz in den Kunstsammlungen internationaler Institutionen und Privatsammlungen. Am bekanntesten darunter die Serie „Cleaning Cars (清洗手推车)“ in Rot, Blau und Gelb (Abb.: Kunstforum Berlin, ZKM Karlsruhe, Kunsthalle Mannheim etc.). Weniger bekannt dagegen sind Wens größere Arbeiten, die jetzt erstmalig außerhalb Chinas im ZKM Karlsruhe zu sehen waren. Darunter die Installation „Railing (栏杆)“, die großen Bodenwerke „One of the two parties (两方的一方)“, seine aktuelle religionskritische Serie „devout ejaculation / Stoßgebete 1 & 2 (短暂的祷告 一 / 二)“ sowie „Single Sermon (讲道)“.

Wen Daluo geb. 1969 in der Provinz Hebei, China. Lebt und arbeitet in Beijing und Berlin.
闻大锣1969 年出生中国河北省,现在北京和柏林居住工作.

 

KoCoKuMa

Kollaborative Collage
der Kunsthalle Mannheim

unter http://collage.kunsthalle-mannheim.de dürfen alle mitbasteln!!!
(noch bis zum 14.08.16)

collage.kunsthalle-mannheim.de

„Anläßlich der Hannah Höch (1889-1978) Retrospektive lassen wir uns von der Grande Dame der Collagentechnik inspirieren und laden alle herzlich ein, sich an der „Kollaborativen Collage“ von zu Hause aus oder direkt in der Kunsthalle Mannheim zu beteiligen.

Einem lebendigen Organismus gleich entwickelt sich die Collage über den gesamten Ausstellungszeitraum. In einem ständigen Wandlungsprozess betreten dabei immer neue Bildteile die Bühne, gehen ihre eigenen Verbindungen ein oder überlagern ältere Schichten, löschen sie aus und schaffen neue Assoziationsräume.

Die Collage ist online in den gängigen Webbrowsern und als Liveprojektion direkt in der Hannah Höch Ausstellung bis zum 14.8.2016 zu sehen.

Am letzten Öffnungstag werden wir den gesamten Wachstumsprozess von vier Monaten in der Kunsthalle im Zeitraffer Revue passieren lassen.“

(Kunsthalle Mannheim, http://www.kunsthalle-mannheim.de)

hr2 Hörspiel Ursendung: Symeon Stylites von Heiko Daniels

Stylites_hd

Ursendung:
02. März 2016
21:00 Uhr / hr 2

Symeon Stylites der Ältere (* 389 in Sisan, heute türkische Provinz Hatay; † 459 in Qal’at Sim’an, ca. 35 km nordwestlich von Aleppo, Syrien) begründete die Tradition der Säulenheiligen. Siebenunddreißig Jahre lebte er ohne Unterbrechung auf einer zuletzt achtzehn Meter hohen Säule. Er ist der bekannteste Heilige seiner Zeit und fasziniert bis heute unterschiedlichste Autoren wie Theologen, Mystiker, Dadaisten und Surrealisten. Heiko Daniels orientiert sich in seinem „Hagiophonie“ untertitelten Hörstück an den Quellen: Bischof Theodoret von Cyrus, Antonius (Adept des Symeon), Jakob von Sarug (Bischof von Antiochia), Hugo Ball u.a.
Symeon, das ist eine Art Superheld der Askese. Im Spannungsfeld von Körperüberwindung und Leistungsfähigkeit sucht er seinen Schöpfer und begegnet den Zwängen der Gesellschaft und ihren Kontrollmechanismen. Aber der Asket (wörtl. „der Übende“) pflegt nicht nur den Rückzug und Verzicht; er pflegt auch die Lust und das Überreizen der Sinne in der Versuchung. Der Bezug zu Körperoptimierung, Embodiment und Body-Art der Neuzeit ist offensichtlich.
STYLITES – das ist auch der Widerstreit der Erzählungen, der Sprache und der Wörter. Reden und Schweigen sind nicht nur eine Frage der religiösen Praxis, sondern auch eine Frage der Macht und der Angst des Erzählenden. Es wechseln sich Passagen, in denen die Hagiographen aus Symeons Leben berichten, mit screwballartigen Partien ab. Bis sich das Geschehen schließlich als ein Theaterstück in der Wüste mit tödlichem Ausgang offenbart. Oder ist es doch eine echte Imitatio Christi?

„Stylites – 37 Jahre/18 Meter ist so klug wie verspielt, so lehrreich wie überdreht. Und wunderbar absichtslos.“
(Stefan Fischer, süddeutsche zeitung)

Mitwirkende:
Symeon Stylites, der Ältere – Sylvester Groth
Theodoret, Bischof con Cyrus – Gerd Wameling
Jakob von Sarug – Ulrich Noethen
Antonius – Jakob Diehl
Historiker – Heinrich Giskes
Symeon Stylites, der Jüngere – Christian Friedel
Dämon – Wolfgang Michael
Dämonin – Lisa Wildmann
Breton – Samuel Weiss
Artaud – Berthold Toetzke
Baldensperger – Jean-Pierre Cornu
Duhamel – Sascha Nathan
sowie
Alexa Maria Surholt
Andreas Leopold Schadt
Katharina Bach
Paula Hans
Torben Kessler
Moritz Stoepel
Heiko Daniels

Ton & Technik: Thomas Rombach, Julia Kümmel
Besetzung: Cordula Huth
Regieassistenz: Benjamin Christ
Regie: Alexander Schuhmacher
Dramaturgie: Peter Liermann

Heiko Daniels, geb. 1971 in Frankfurt/M lebt bei Heidelberg. Studium der Sinologie, Germanistik und Kunstgeschichte in Freiburg, Taibei und Beijing. Nach Hörspielbearbeitungen für HR und SWR ist STYLITES sein erstes Original-Hörspiel. Daniels arbeitet als Digital Developer an der Kunsthalle Mannheim, Rezitator mit verschiedenen Musikensembles und Lehrbeauftragter für chinesische Sprache und Kultur sowie Digitale Bild- und Webtechniken.

Gute Vorsätze

Gute Vorsätze lassen sich nicht einfach so herbeireden. Sie stellen sich von selbst ein. Und zwar dann, wenn man mit Ihnen schon gar nicht mehr gerechnet hat. Der Überraschungseffekt ist dabei entscheidend für die Dauer ihrer Wirkkraft.

So geschehen: hier sind die guten Vorsätze fürs neue Jahr. Ihre Umsetzung sollte nicht allzu schwer fallen.

© daniels 2016

Der Sinn dieser minimalistischen Anweisung an Gleis 1 des Heidelberger Hbf mag sich dem unvorbereiteten Betrachter nicht sogleich erschlossen haben. Aber auf nichts Geringeres als die „Feier des Augenblicks“ weist dieser Anschlag zum Jahreswechsel hin.
Auch für das Jahr 2016 legt die Deutsche Bundesbahn damit den Schwerpunkt auf die Erfahrung und Auskostung des Moments, des unwiederbringlichen Augenblicks ephemerer Handlungen. Durch langsames, bewußtseinshaltiges Vorgehen sollen Erleben und Genuss intensiviert werden. Dabei gilt es, die Empfindungen nicht durch wahllose Wiederholungen zu verflachen. Es zählt nur die Aura des einzigartigen Moments (wer schon mal einen echten Vierkantschalter zurückgedreht hat, der weiß wovon hier die Rede ist!).

Gemäß jüngster ästhetischer Konzepte setzt die Deutsche Bundesbahn nach der Einführung von slow food in ausgewählten Speisewagen nun also auch auf slow motion an dafür ausgewiesenen Bahnsteigen. Die Beachtung dieser Maxime wird sicher manches zum Besseren wenden!

35°30’26.9″S 17°54’25.3″E

Video

Neue therapeutische Wege mit erstaunlichen Erfolgen geht die American Society for Maritime Posttraumatic and Phobic Stress Disorder Studies (ASMPPSDS) in Princeton, New Jersey. Teilnehmer der gefragten Selbsthilfeseminare visualisieren und präsentieren ihre Ängste in kurzen Filmen.

35°30’26.9″S 17°54’25.3″E from Heiko Daniels on Vimeo.